Über Pia

„Es ist alles eine Frage des Bewusstseins, selbst die richtige Stichplatte für die Nähmaschine…“

Bild: Mirjam Anselm

Ich lebe in Homburg im Saarland, bin verheiratet und habe zusammen mit meinem Mann eine Buchhandlung hier am Ort.  Von Hause aus bin ich tatsächlich gelernte Buchhändlerin, nur arbeite ich schon lange nicht mehr in diesem Beruf.  Seit  1995 beschäftige ich mit der Textilkunst, ganz besonders mit Patchwork und dem Quilten. Seit 2007 ist noch das Sticken, sowohl mit der Maschine, wie auch von Hand dazu gekommen.

Begonnen hat es, als ich als junge Frau Ende der 70ziger Jahre mit Amish-Quilts in Kontakt kam.
Ich war in den USA zu Besuch und habe Ohio bereist und dabei diese wunderbaren Arbeiten gesehen.
Dass es Decken waren, also Gebrauchsgegenstände, fand ich nebensächlich, für mich war das Kunst und zwar etwas, was ich selbst erlernen wollte…aber erstmal waren andere Dinge in meinem Leben wichtig und so habe ich erst 1995 angefangen mich intensiv damit zu beschäftigen.

Erste Schritte waren natürlich in Richtung traditionelles Patchwork, aber irgendwie ging es dann doch ganz schnell in eine freiere Richtung. Keine Frage, ich liebe schön gemachte Decken, aber für mich selbst war der Weg der Art Quilts vorgesehen.
Nancy Crow war da eine wichtige und kompetente Wegbegleiterin neben einigen anderen, deren Workshops ich besucht habe.
Um auch das nötige Rüstzeug für das Unterrichten zu bekommen, habe ich die Kursleiterqualifikation der deutschen Patchworkgilde durchlaufen.

Ich schreibe regelmäßig für das Magazin „Patchwork Professional“  und habe 2018 dafür einige Sonderseiten gestaltet, mit Projekten rund ums Patchwork und Quilten.

Mit der Fa. Amann Group Mettler entwickelte ich einen Garn-Farbkreis, für Bernina war ich zeitweilig tätig und habe u.a. im Creative Center dort unterrichtet.

Überhaupt interessiert mich, neben dem „Machen“  von eigener Kunst, vor allem das Unterrichten.
Dafür bin ich durchaus weltweit unterwegs und das entfernteste Land war Bhutan im Himalaya. Dort durfte ich 2016 an der CTAS, einer Schule für traditionelle Künste, die Textil -Klasse unterrichten.

In 2011 gründete ich Pias-Quilt-Werkstatt, wo es regelmäßig Kurse mit mir gibt.  Bis 2017 gab es die sog. „große PQW“ mit ca. 50 Teilnehmern, wo vier Kolleginnen und ich, konsequent die Idee der modernen Quilt-Gestaltung auf allen Ebenen unterrichtet haben. Von der Idee, über den Entwurf bis zur Ausführung.
Alle PQWs mit ihren verschiedenen Themen wurden auf Ausstellungen, wie der Nadelwelt gezeigt.

Im Moment unterrichte ich eher in kleinen Gruppen, dafür aber sehr intensiv.  U.a. gibt es spezielle Kurse, wo man sich über das Gestalterische und das Technische auch mit Kreativität, Entspannung und Meditation befassen kann – der Quilt als Weg der Selbsterfahrung! Dafür habe ich mehrere Fortbildungen gemacht.  Inzwischen habe ich mein Unterrichtsspektrum um viele Themen in der Textilkunst erweitert.

Ich bin Gründungsmitglied der Network Quilters, die seit 16 Jahren gemeinsam  ausstellen und sich immer wieder neuen Themen stellen. Wir haben z.b. im Textilmuseum St. Gallen, beim EPM im Elsass, bei der Nadelwelt, der Nadel&Faden und an vielen anderen Orten ausgestellt.
Die neueste Ausstellung „Stoff trifft Raum“ wurde 2018 schon 2x präsentiert.

Ich selbst habe 2011 beim Festival  of Quilts in Birmingham ausgestellt.  Darüber hinaus  mehrfach in Russland (zuletzt im Museum für angewandte Kunst in Moskau) , in Spanien, Frankreich, Deutschland, Italien, Tschechien etc.

Mir ist es wichtig, die Quilt- und Textilkunst  auch  mit Ausstellungen meiner Kursteilnehmer zu fördern. Neben den Ausstellungen einzelner  PQWs, hatte  ich 7 QuilterInnen, die sich seit Jahren intensiv mit dem Art-Quilt befassen, zu einer  Gruppenausstellung eingeladen.  Zum Thema „Muster“ haben diese 7 KünstlerInnen  12 Arbeiten,  in von mir vorgegebenen Formaten gemacht.  In 2018 hatte diese Ausstellung auf der Nadelwelt Premiere und wurde anschließend auf der Nadel&Faden  gezeigt.

Im Moment „treibt“ es mich wieder um und ich beschäftige mich mit neuen, sehr kreativen Wegen in der textilen Kunst.